Wanderorden „Strubbelche“ vom Kinderchor

p1010892Das „Strubbelche“ des Heftricher Kinderchores
Das Wandermaskottchen als Orden für besonderen Einsatz im Kinderchor gestiftet 1984 wurde erstmals verliehen zur Kinderfastnacht am 19. Februar 1984.

Zur Einführung dichtete Christel Schall:
Ein Maskottchen für den Chor stellt heute Euch die Heike vor. Das STRUBBELCHE haben wirs genannt, es ist in Heftrich wohlbekannt.
Schad, daß es nicht früher wurde erdacht, sonst hätten mirs noch uff die Schallplatt gebracht.
Stellt Euch nur vor, mer könnt dann lese, des is de Heftricher STRUBBELCHOR gewese! Als Strubbelcher, ach wär das schön, könnten wir goldenen Zeiten entgegensehn. Mir brauchte dann in de Schul nix mehr bringe, mir gehen uff Turnee und tun nur noch singe.
Der Werner sieht sei Karin nit mehr, der Tobi vermisst die Mama dann sehr. Unsre Mamas vermisse ihr Kinner, drum bleibe mir in Heftrich,  des is doch gesünder.

1984 Verleihung an Emil Debus

Was das Strubbelche zur Kinderfastnacht am 27.01.1985 zu sagen hatte:
Ich bin, so stell ich mich heut wieder vor, das Strubbelche vom Kinderchor. Ein ganzes Jahr hab ich gewart’t uff Fastnacht und en neue Start. Ich saß beim Debus hinter Glas im Schrank, er kam ja öfter, Gott sei Dank, und hat emol nach mir geguckt, hat mir erzählt so manche Sache, und was mein Kinderchor tät mache.
Nötig wär das net gewese, ich konnt’s  auch in der Zeitung lese. Noch eins, ihr Kinder glaubt mir’s nur, ich war im Geist stets mit euch auf Tour. Ich weiß, wie schön ihr konntet singe und tät de Leut viel Freude bringe. Und lobe muß ich, ungelogen, euch für’s Spiel „Noah unterm Regenbogen“.
Auch bei der Freizeit lag ich auf der Lauer und weiß, was ihr gemacht in Montabaur. Es ist richtig, was die Christine vorhin hot gesacht, auch mir hat das Wochenend Spaß gemacht.
Ich will auch in Zukunft bei euch bleibe und sehn, was mein Kinderchor tut treibe. Ob ihr auch immer treu zur Singstund rennt und dort net schwetzt, schreit oder pennt und tut, was euch die Karin sacht, dann seid ihr so, wie ich gedacht und weiß, daß ihr auch net vergeßt das Strubbelche, diesjahr, zum 5. Jubiläumsfest.
Ich bin gespannt, das ist doch klar, wer mich krieht in diesem Jahr. Wär’s doch e Mädche, schön und jung, recht attraktiv und mit viel Schwung, kein Mann, mit ein’m Wort: Eine Frau, das reimt sich auch auf’s dreifache Helau!
Vom Strubbelche dem Heftricher Kinderchor ein dreifaches Heftricher  Helau – Helau – Helau !!

1985 Verleihung an Christel Schall

Was das Strubbelche zur Kinderfastnacht am 22.02.1987 zu sagen hatte:
Ein Jahr das haben wir übersprungen, 1986 wurd zur Fassnacht nicht gesungen. Doch heut, da sind wir wieder da, mit HELAU und Bum-te-ras-sa-sa. Heut wollen wir wieder fröhlich sein, das „Strubbelche“ und seine Kinderlein.
2 Jahr saß ich auf dem Schall’schen Sofa bloß, Ihr Leut in der Familie ist ständig was los. Drei Töchter und diverse Schwiegersöhne, mol Krach, mol tat mer sich versöhne. Mal ein trauriges – mal ein lachendes Gesicht, alles tat ich sehen — die wußten’s ja nicht. Der Mutter Christel verlangt man viel ab die halte die Töchter ganz schön uff Trapp. Dann mischt sie sich in die Politik noch ein, will außerdem en Fassenachter sein. Bei Müller’s is se dann noch aach, sie hot ganz schön Ihr Müh und Plag. Doch hat Sie wenn alles spielte verrückt mol still e Tränche an mich gedrückt. Und erneut taten wir zwei beschließe, von nun an das Leben zu genieße.
Doch leider muß ich nun von ihr fort, ich soll an einen andren Ort.

 1987 Verleihung an Lydia Urban (Tante Lydi)

Was das Strubbelche zur Kinderfastnacht am 07.02.1988 zu sagen hatte:
Das Jahr von Fastnacht bis Fastnacht habe ich in der Hintergass’ verbracht. Da saß ich, ach wie war das nett, im Gästezimmer auf dem Bett. Doch wer denkt, in dem Haus hätt’ ich meine Ruh, der irrt, da geht’s meistens lustig zu. Morgens um 7 schon singt und pfeift die durch’s Haus, ei das hält man ja im Kopf mit aus!
Doch eines Tages, ich könnt’s kaum erwarten, durft’ ich mit in den Kindergarten. Da waren alle so lieb und klein, vom kleinen Chor die Kinderlein, die nahmen mich auf den Schoß und haben mit mir gekuschelt und mir den Struwwelkopf verwuschelt. Ich durfte in dem muntren Treiben noch eine ganze Zeitlang bleiben.  Aber mit dem Kinderchorfasching heut, kam für uns zwei die Abschiedszeit. Ich hab das Strubbelche mit hierher gebracht, vorher hat es ganz leise‘ zu mir gesagt: „Ich dank‘ dir für das Jahr bei dir, doch ich hätt‘ eine Bitt‘. Ich möchte gern zum Dieter, da war ich noch mit, der seit ein paar Jahr’n, wie ihr alle wisst, unser Hefricher Ortsvorsteher ist.

1988 Verleihung an Dieter Göbel

Was das Strubbelche zur Kinderfastnacht am 29.01.1989 zu sagen hatte:
Helau Ihr Leut, was soll ich Euch sagen, vor einem Jahr stand ich hier oben und es hat mir fast die Sprache verschlagen, als ich hörte, das Strubbelche soll ich bekommen, völlig verdutzt, doch sehr gerne, hab ich es in meine Arme genommen.
Zuhause setzte ich es auf das Sofa dann, damit es auch alles überblicken kann. Doch nicht lange blieb es da sitzen, denn dann kamen unsere Hunde und das Strubbelche fing an zu schwitzen.
Sie waren nur neugierig und wollten es beschnuppern bloß, doch sofort kam unser Thorsten, tröstend setzte er das Strubbelche auf seinen Schoß. „Hier kann es nicht bleiben, eine bessere Idee ich hätt“ er nahm es mit in sein Zimmer und setzte es auf sein Bett.
Ja, das war das richtige Zimmer, gemütlich, warm und bunt, hier fühlte es sich wohl und es kam auch kein Hund. So blieb es ein Jahr, oben, direkt unterm Dach, dabei hörte es oft Thorstens Musik von Mozart, Beethoven und Bach.
Jetzt wo wir es richtig liebgewonnen, ist leider schon die Zeit gekommen, daß wir es weitergeben müssen, ganz schön kahl und leer sein wird Thorstens Kissen.
Deshalb überlege ich sehr genau, gebe ich unser Strubbelche einem Mann oder einer Frau?

1989 Verleihung an Erhard Walter

Was das Strubbelche zur Kinderfastnacht am 18.02.1990 zu sagen hatte:
Helau Ihr Leut, hört was ich berichte – ein Märchen und trotzdem eine wahre Geschichte. Als ich im Januar vor einem Jahr weitergereicht wurde, da war mir nitt klar, daß ich in all dene Jahr, immer in einer „Vereins-ruhigen“ Familie war. Doch das wurde schnell anders, es ging los mit Helau und jetzt kenn ich alle Heftricher Vereine genau. Der Erhard ist in alle Vereine ja drin, was für die Gemeinschaft ja nett so schlimm. Doch seine Familie tut jammern, mer kann es versteh, ei die tun sich ja nur noch im Schlafzimmer seh.
Ich hatte einen Platz, wo ich alles mitbekam, außerdem sicher vor Hund und Katz und immer schön warm. Am Kachelofen hab ich meinen Platz bekommen und jeder Besucher hat mich in die Hand genommen. Auf diesem Wege lernte ich viele nette Leute kennen und wir überlegten das ganze Jahr, wohin soll ich nun wieder rennen und uns wurde sofort etwas klar.
Ihr seit gespannt jetzt, daß ist mir schon klar wo werde ich hingehen, für diese Jahr? Im Juni hab ich sie zum ersten Mal gesehen und mir war klar, zu ihr will ich gehen.

1990 Verleihung an Cornelia Wesseling

Im Jahre 1991 war es so weit, das Strubbelche hatte die Wanderschaft leid. Von der Conny ging es zur Karin um sich auszuruhen, denn jedermann weiß, sie war vom Heftricher Kinderchor stets der gute Geist.
(Leider liegen von der Übergabe keine Texte bzw. Urkunden vor)

Das Lied:
Refrain:
Heftricher Struwwelche, fein wie e Lottche ist für die Heftricher es Dorfmaskottche 
Heftricher Struwwelche werd heute hier gekührt und bei uns hier als Markenzeichen patentiert.

  1. Was hat doch unsern Kinnerchor in Heftrich schon gemacht, un mit Ideeje schee un fein des Dorf berühmt gemacht.
    Doch jetzt, do steht uns was ins Haus, gebt acht, guckt her, hört zu: Mir bringe e Figur eraus des is der größte Clou.
    Refrain:…………..
  2. Mir wisse doch, des mir Heftricher die Struwwelkinner sin, mir bringe dem Verkehrsverein bestimmt en Höchstgewinn. Auch „Schlümpfe“ war’n mit Saus und Braus bekannt gewor’n im Nu: Mir bringe e Figur eraus des is der größte Clou.
    Refrain:…………..
  3. Für Münche, schon seit langer Zeit mer’s „Münchner Kindl“ schuf. Und „Hummel – Hummel“ weit und breit der sorgt für Hamburgs Ruf. Und was für Köln de „Dünnes“ is mitsamt dem „Scheel“ dazu, so wird die neu Figur gewiß für uns der größte Clou.
    Refrain:…………..

 

 

Heftrich ist ein Stadtteil von Idstein (15742 Einwohner). Nach Wörsdorf ist Heftrich mit 1445 Einwohnern (Stand: Juni 2017) der zweitgrößte der elf Idsteiner Stadtteile.